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Remis im ersten Spiel der Saison

Freitag, 7. August 2026 · 19:30 UhrLandesliga 1 , 1. Spieltag

Zuschauer: 728

90

Spielbericht vom 9. August 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Obwohl weder die Sport-Union Neckarsulm noch der VfR Heilbronn zum Landesliga-Auftakt gewonnen haben, nehmen die Verantwortlichen das Positive aus der Punkteteilung mit.

    Der Neckarsulmer Elias Feljauer (links) spitzelt den Ball an VfR-Torhüter Sven Burkhardt vorbei, erzielt das 1:0 und jubelt dann mit einem Salto. Foto: Marc Schmerbeck

    Fussball Sitzen? Höchstens zwei oder drei Minuten. Länger hielt es Robin Hofmann am Freitagabend nicht auf der Bank. Unentwegt tigerte der Interimstrainer des Landesligisten Sport-Union Neckarsulm an der Seitenlinie entlang. „Einmal hat mich der Linienrichter sogar darauf aufmerksam gemacht, dass ich an der falschen Trainerbank stehe“, sagte er nach der Partie.

    Und es war durchaus bemerkenswert, dass sich Hofmann nach 90 intensiven Minuten noch so verständlich ausdrücken konnte. Denn er war nicht nur ständig unterwegs, sondern gab ununterbrochen Anweisungen, puschte seine Mannschaft und feuerte sie an. Nach dem 1:1 zum Landesliga-Auftakt gegen den VfR Heilbronn im Neckarsulmer Pichterich war seiner Stimme die Belastung deutlich anzuhören.

    Hofmann ist ständig dabei, Anweisungen zu geben oder anzufeuern

    Bezeichnend: Nach dem Führungstreffer holte er seinen Kapitän Bahadir Özkan zu sich, um ihm noch ein paar Anweisungen mitzugeben, während die übrigen Spieler noch ausgelassen jubelten. „Es war brutal Feuer drin“, sagte Hofmann über das intensive und umkämpfte Landesliga-Derby. „Die Jungs haben alles auf dem Platz gelassen. Für mich ist der eine oder andere sogar über sich hinausgewachsen. Mentalität und Wille haben gestimmt. Es tut ein bisschen weh, wann und wie wir das Gegentor bekommen haben.“

    Trotzdem mache ihm der Auftritt Mut für die nächsten Aufgaben. „Nichtsdestotrotz haben wir einen Punkt geholt - im ersten von 32 Spielen. Dafür kannst du dir aber nur eine goldene Ananas kaufen, nicht mehr und nicht weniger“, meinte Robin Hofmann.

    Ähnliche Worte fand auch der VfR-Vorsitzende Onur Celik: „Es war der erste Spieltag. Ob wir jetzt 1:1 gespielt haben oder 2:1 gewonnen hätten, ist letztlich egal. Es ist für jeden ein Marathon.“ Dennoch räumte er ein: „Etwas enttäuscht sind wir schon. Aber es ist eine neue Mannschaft in einer neuen Liga. Da sind wir eher die Gejagten. Defensiv haben wir nicht viel zugelassen. Es dauert noch etwas, bis sich die Mannschaft eingespielt hat. Die Neckarsulmer haben es gut gemacht. Sie haben mit ihren Mitteln ein gutes Spiel abgeliefert. Das muss man auch honorieren.“

    Ziel bei der Sport-Union: Defensive stabilisieren

    In der ersten Halbzeit war es insgesamt eine ausgeglichene Partie, die vor allem von Zweikämpfen und Intensität lebte. Spielerische Höhepunkte waren dagegen rar. Neckarsulm stand sehr kompakt und war darauf bedacht, die Defensive zu stabilisieren. Schließlich war die Abwehrarbeit in der Vorbereitung die größte Problemstelle gewesen. 

    Dem VfR fielen wenige Lösungen ein. Gleichzeitig hatten die Heilbronner große Schwierigkeiten mit den schnellen Offensivspielern der Gastgeber - allen voran mit Elias Feljauer. Bereits in der dritten Minute drang der Rechtsaußen in den Strafraum ein und kam nach einem Kontakt mit Nico Albrecht zu Fall. Eine klassische 50:50-Entscheidung. Über einen Elfmeter hätte sich niemand beschweren können, allerdings war es ebenso vertretbar, weiterspielen zu lassen, da Feljauer den Kontakt suchte.

    In der 25. Minute machte er es besser. Nach einem langen Ball verschätzte sich Sven Burkhardt. Statt den Ball zu klären, wollte der Torhüter ihn aufnehmen. Feljauer spitzelte jedoch das Spielgerät an ihm vorbei, schob zum 1:0 ein und ließ sich seinen Jubel-Salto nicht nehmen.

    Danach hatte der VfR zwar etwas mehr Ballbesitz, kam jedoch nur selten zu klaren Torchancen. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel der Ausgleich. Nach einer Ecke auf den langen Pfosten köpfte ein Heilbronner den Ball zurück in die Mitte, wo Tom Marmein zum 1:1 einschob. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie zunehmend zu einem Abnutzungskampf, der von seiner Spannung lebte. Zwar hatte der VfR mehr Ballbesitz, bewegte sich jedoch meist in ungefährlichen Zonen. Zu selten gelang es den Heilbronnern, die Neckarsulmer Defensive wirklich auszuhebeln. So blieb es in einer insgesamt chancenarmen Partie beim leistungsgerechten Unentschieden.

    SUN-Kapitän Özkan sieht in der 90. Minute Rot

    Größtes Ärgernis aus Neckarsulmer Sicht: Bahadir Özkan sah in der 90. Minute noch die Rote Karte wegen eines Fouls. Er kam von hinten, aber flach am Boden, da hätte auch Gelb gereicht – was beim SUN-Kapitän auch eine Gelb-Rote Karte gewesen wäre.

    „Ich habe nicht unbedingt ein Feuerwerk erwartet“, sagte Onur Celik. „Neckarsulm ist gut ins Spiel gekommen, das hat sich über die gesamte Distanz bestätigt. Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir die spielbestimmende Mannschaft waren. Uns hat aber die Durchschlagskraft gefehlt. Ich hoffe, dass wir nun die richtigen Erkenntnisse ziehen.“

     

    Quelle: Stimme.de